Kleine Anleitung: Sponsored Posts bei Facebook bewerben

In den letzten Tagen herrschte in der ein oder anderen Facebook-Gruppe und unter einigen Bloggern helle Aufregung über ein Thema: das Teilen sogenannter Sponsored Posts bei Facebook. Ursprünglich wollte ich mich dazu mit einem umfassenderen Blogbeitrag melden. Die Grafik hatte ich schon fertig. Doch dann schlossen die Jungs von allfacebook.de mit einem aus meiner Sicht umfassenden Beitrag das Thema weitestgehend ab. Für alle Bloggerinnen und Blogger, die sich bis jetzt noch nicht damit beschäftigt haben, war das gerade eine klare Leseempfehlung 😉

Fazit: Sogenannte Sponsored Posts, Advertorials oder Blogbeiträge, die der/die Bloggende aufgrund irgendeiner Gegenleistung eines Unternehmens verfasst und die ein Produkt dieses Unternehmens zum Gegenstand haben, dürfen nicht auf der Facebookseite des Bloggers/der Bloggerin geteilt werden. Das war jetzt die absolute Kurzfassung. Es gibt zwei Ausnahmen. Die erste gilt für zertifizierte Facebookseiten, also solche, die einen blauen Haken haben. Den hat aber kaum jemand und den bekommt man auch nicht so ohne Weiteres. Die zweite Ausnahme gilt für „Facebook Ads“. Auch über eine bezahlte Facebook Ad lässt sich ein Sponsored Post bei Facebook im wahrsten Sinne des Wortes „bewerben“ und darum geht es in meinem Beitrag. Ich möchte Euch anhand dieses Szenarios einen ersten kleinen Einstieg in das Buchen von Facebook Ads geben.

Gleich vorweg: Das Thema Facebook Ads füllt mehrtägige Seminare. Ich werde mich auf diesen hier skizzierten Fall beschränken und lediglich einen kurzen Abriss über das Buchungsverfahren geben. Wer tiefer in die Thematik einsteigen möchte, sollte ernsthaft über ein entsprechendes Seminar nachdenken.

Der Werbeanzeigenmanager

Einen guten Einstieg für eine Facebook Ad bildet der Werbeanzeigenmanager. Ihn erreichst Du über https://www.facebook.com/ads/manager. Wenn Du Dich schon einmal mit Facebook Ads beschäftigt hast und vielleicht schon ein eigenes Werbekonto angelegt hast, wirst Du jetzt automatisch zur Übersicht Deiner laufenden/bisherigen Kampagnen geleitet. Falls Du völlig neu einsteigst, wird Facebook Dich jetzt ein wenig an die Hand nehmen und Dich bei der Einrichtung Deines Werbekontos oder Deiner ersten Werbeanzeige begleiten. Früher oder später landest du jedoch auf einer Seite, die in etwa so aussieht:

Hier findest Du stets einen Überblick über Deine Kampagnen. Ohne mich in den Einzelheiten zu vertiefen, geht es jetzt gleich an das Erstellen einer entsprechenden Werbeanzeige. Die dafür notwendige Schaltfläche ist im Screenshot in einem schönen Grün gefasst.

Eine Facebook Ad erstellen

Egal wie man in diesen Prozess einsteigt, früher oder später wird man vor die Wahl gestellt ein Kampagnenziel zu definieren. Ich will einen Blogbeitrag meines Blogs bewerben, das heißt Facebooknutzer auf diesen Beitrag ziehen, oder um es mit Facebooks Worten zu sagen: „Personen zu einem Ziel außerhalb von Facebook“ weiterleiten (im Screenshot orange umrandet). Danach kann ich einen Kampagnennamen vergeben und schon geht es weiter.

Die Zielgruppe definieren

Der nächste Schritt: die Zielgruppe definieren. Und hier wird es jetzt deutlich ausgeklügelter als bei einem normalen Facebook-Post. Hier kannst Du Dich voll austoben. Ich mache es mir jetzt einfach und möchte

  • alle Personen in Deutschland erreichen,
  • die zwischen 22 und 49 Jahre alt sind,
  • ob Männlein, Weiblein ist mir egal,
  • die Sprache auch,
  • nur Eltern müssen sie sein.

Auf diesen Schritt solltest Du durchaus Zeit verwenden. Rechts (im Screenshot orange umrandet) siehst Du jeweils, welche Auswirkungen Deine Einstellungen auf die Zielgruppengröße und die geschätzte Reichweite haben. Facebook selbst sagt an dieser Stelle schon, dass die Auswahl meiner Zielgruppe ziemlich groß ist. Hier gilt es ein gesundes Maß zu finden, da der Erfolg einer Ad maßgeblich von einer guten Zielgruppendefinition, dem sogenannten Targeting, abhängt. Allein der Wechsel von „Eltern (alle)“ auf „(6-8 Jahre) Eltern mit Kindern im Vorschulalter“ bewirkt, dass die potenzielle Reichweite von 2,9 Millionen Personen auf 310.000 Personen abschmilzt.

Wenn Du strikt beim Ausgangsszenario bleiben möchtest, und wie bisher Deinen Sponsored Post nur bei den Fans Deiner Seite ausspielen willst, kannst Du im Prinzip den Standort auf das Land/die Länder Deiner Wahl setzen, die Altersspanne auf das Maximum stellen und keine detaillierte Zielgruppenauswahl vornehmen, sondern unter Verbindungen einfach die Personen hinzufügen, denen Deine Seite gefällt. Wie im nächsten Screenshot zu sehen, hat das bei Daddy Dahoam zur Folge, dass die Zielgruppe auf unter 1.000 Personen sinkt. Kein Wunder, ich nutze die Facebookseite kaum und habe daher auch nur rund 100 Fans.

Die Platzierung festlegen

Facebook wird Dir empfehlen, die Ad automatisch zu platzieren. Facebook glaubt zu wissen, was für Dich am besten funktioniert. Ich traue diesem Frieden nur bedingt, weshalb ich finde, dass man hier kurz einen Blick reinwerfen sollte. Hier lassen sich Gerätearten (Handy/Computer) trennen, und entscheiden, ob die Ad auch gleich bei Instagram und/oder im Audience Network auftauchen soll. Ich bleibe bei Facebook und kann hier noch entscheiden, ob die Ad in den Feeds und/oder in der rechten Spalte auftauchen soll. Die rechte Spalte ist ein Werbeplatz, der nur am Desktop zu sehen ist. Da die Masse der Nutzer Facebook mobil nutzt, sind aus meiner Sicht die Feeds (Mobil und Desktop) der Bereich, wo die Ad erscheinen soll.

Das Budget

Mit meiner Minizielgruppe (alle Fans meiner Seite) bräuchte ich nicht viel Geld in die Hand nehmen. Da würde ich vermutlich mit 5 Euro oder weniger alle 100 Fans erreichen. Der Anwendungsfall ist so absurd, dass Facebook mir das gar nicht abschätzt.

Daher zurück zur Zielgruppe mit den Eltern zwischen 22 und 49 Jahren, die Kinder im Vorschulalter haben. Aufgrund der eingeschränkten Platzierung nur in den Facebook-Feeds umfasst die potenzielle Reichweite jetzt nur noch 300.000 Personen. Mit einem Tagesbudget von 10 Euro prognostiziert mir Facebook eine geschätzte tägliche Reichweite von 1.200 bis 3.100 Personen. Für 50 Euro schätzt es die tägliche Reichweite schon auf 4.700 bis 12.000 Personen ein und für 200 Euro bekäme ich täglich 17.000 bis 44.000 Personen geschätzte Reichweite. Für 1.000 Euro Tagesbudget könnte ich, wenn es gut läuft, in 24 Stunden ein Drittel der Gesamtzielgruppe erreicht haben: bis 110.000 Personen.

Hier kannst Du Dich jetzt ganz und gar dem Ausprobieren hingeben, die Zielgruppe verkleinern, das Budget anpassen, die Laufzeit verändern usw. Der Infokasten rechts gibt Dir eine gute Orientierung wo die Reise hingeht. Die wenigsten Beiträge willst Du vielleicht nur einen Tag bewerben. Manchmal sollen es zwei, drei Tage oder eine ganze Woche sein. Dann würde ich bei einem Tagesbudget von 5 Euro täglich zwischen 680 und 1.800 Personen in der genannten Zielgruppe erreichen. Bei sieben Tagen Laufzeit könnten da also auch 12.600 Personen Reichweite bei rumkommen. Problem dabei ist nur, ich erreiche nicht jeden Tag unterschiedliche 680 bis 1.800 Personen, sondern die Anzeigenausspielung überschneidet sich. Aus diesem Grund kann ich nicht einfach multiplizieren. Im Laufe der Zeit, wird meine Anzeige den gleichen Personen erneut ausgespielt. Das ganze kann ich zwar, wenn die Anzeige einmal gebucht ist im Rahmen der Frequenz beobachten, aber das ist ein anderes Thema. Was ich sagen will: Die geschätzte tägliche Reichweite lässt sich bei einer längeren Laufzeit nicht einfach multiplizieren.

Bei der Zeitplanung lässt sich in den Tiefen auch noch mit den Uhrzeiten spielen, zu denen die Ads ausgespielt werden soll. Wenn Du weißt, wann Deine Nutzer online sind, solltest Du Dich daran orientieren. Eine Ad, die nachts um 3 Uhr ausgespielt wird, bringt vermutlich in den seltensten Fällen etwas. Wenn Zielgruppe, Platzierung, Budget und Zeitplan stehen, geht es weiter.

Format, Medien etc.

Jetzt beginnt der eigentliche Spaß: der Inhalt der Facebook Ad. Ich bleibe bei unserem Ausgangsszenario, das dem herkömmlichen Teilen eines Blogbeitrags am nächsten kommen soll und überspringe den Teil mit den Formaten und Bildern und gehe direkt zu „Seiten und Links“. Hier wählst Du zunächst Deine Facebook Page aus. Dann gibst Du die URL des Sponsored Post ein, den Du bewerben willst und wenn alles gut geht, zieht Facebook automatisch Dein Beitragsbild, den Beschreibungstext und auch den Anzeigentext, so wie bei mir im Beispiel. Andernfalls kannst Du alles auch manuell hinzufügen.

In der Vorschau siehst Du, dass die Facebook Ad jetzt einem gewöhnlichen Facebook Post sehr ähnlich sieht. Man hat hier noch diverse Möglichkeiten an den Texten und dem Call-To-Action zu drehen, aber im Prinzip ist das eigentlich Ziel erreicht.

Um abschließend auch noch mit dem deutschen Recht im grünen zu sein, ist es noch wichtig in den Text (Anzeigentext) das Wort Werbung zum Beispiel als #Werbung unterzubringen, um klar zu machen, dass es sich bei dem Sponsored Post um Werbung handelt. Das „Gesponsert“, das unter dem Seitennamen steht, reicht nicht.

„Bestellung aufgeben“ klicken, die Ad geht in einen kurzen Review bei Facebook und wird dann für gewöhnlich binnen sehr kurzer Zeit live geschaltet. Danach läuft sie bis zu dem von Dir definierten Ende und wird in den Timelines der von Dir definierten Zielgruppe ausgespielt, ohne dass sie auf Deiner Facebookseite selbst als eigener Beitrag auftaucht. Wie Du den Erfolg Deiner Ad verfolgst und beurteilst, darüber schreibe ich dann vielleicht bei nächster Gelegenheit. Für jetzt heißt es:

Servus,
Dein Daddy Dahoam

Meinung sagen